Uhrengläser sind die wichtigsten Bausteine im Aufbau von Armbanduhren. Sie ermöglichen nicht nur das Ablesen der Zeit, sondern schützen auch das Uhrwerk vor Staub, Wasser und anderen Schmutzeinlagerungen und Beschädigungen. Bei Damen- wie Herrenarmbanduhren gibt es verschiedene Materialien wie Kunststoffglas, Mineralglas, Saphirglas oder Hesalitglas.

Mineralglas in Armbanduhren

Hierbei kann man zwischen unbehandeltem und gehärtetem Mineralglas unterscheiden. Auch Bergkristall und Rauchquarz sind eng mit dem Mineralglas verwandt. Durch die Zugabe von Oxiden wie zum Beispiel Aluminiumoxid, kann eine bessere Kratzfestigkeit und Härte für das Mineralglas entstehen. Trotzdem kann auch dieses Material Schaden nehmen und würde sich im Falle von Kratzern nicht so leicht polieren lassen wie Kunststoffglas. Es könnte außerdem brechen und sogar feine Glassplitter ins innere der Uhr gelangen. Daher kann man bei der Qualität Unterschiede erkennen. Ein gutes Mineralglas wird in einem Verfahren chemisch gehärtet und wird dadurch stoßresistenter und widerstandsfähiger als einfaches Fensterglas.

Mineralglas
Plexiglas

Kunststoffglas

Dieses Material besteht aus einem Kunststoff names Polymethylmethacrylat. Besser bekannt als Plexiglas, Acrylglas oder Hesalithglas. Dieses Material ist sehr leicht, relativ schlagfest und lässt sich leicht polieren. Ein Nachteil ist allerdings, das Kunststoffgläser aufgrund der geringeren Dichte schneller verkratzen können. Feine Kratzer lassen sich jedoch duch Polieren wieder begleichen. Zudem kann das Material durch UV-Strahlung und Alter vergilben. Ein unverkennbarer Vorteil ist aber, dass das Zifferblatt durch das Plexiglas besonders klar und natürlich aussieht. Dies liegt daran, dass kein Licht reflektiert wird und somit keine irritierenden Spiegelungen entstehen.

Saphirglas

Saphirglas ist eigentlich kein Glas, sondern ein synthetisch hergestellter Saphir. Härter als ein Saphir sind nur noch Diamanten – das härteste Material der Welt. Er wird somit besonders wegen seiner Kratzfestigkeit und Widerstandsfähigkeit geschätzt. Daher wird es auch häufig für Taucheruhren verwendet, die in einigen Metern Wassertiefe starkem Druck ausgesetzt sind. Wenn Sie denken, ihr Saphirglas weist einen Kratzer auf, dann sind dies meist nur Spuren von weicheren Materialien, die sich unkompliziert entfernen lassen. Ein Nachteil ist allerdings, wenn das Glas nicht speziell beschichtet wurde, kann es zu Lichtbrechung und ungünstigen Reflektionen kommen.

Saphirglas
Hesalitglas

Hesalitglas ist wesentlich weicher als Mineral- oder Saphirglas und somit deutlich kratzempfindlicher. Dies mag auf den ersten Blick zwar als Nachteil erscheinen, hat aber – je nach Situation und Einsatzbereich – auch einige Vorteile. Durch die weiche Eigenschaft ist das Glas flexibler, was dazu führt, dass Hesalit wesentlich bruchfester ist als Mineral- und Saphirglas. Das Material ist außerordentlich schlagfest. Es kann zwar reißen, splittert jedoch nicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass kleinere Kratzer mit einer Politur problemlos entfernt werden können. Ein weiterer Vorteil von Hesalitgläsern ist, dass sie kostengünstig und leicht zu verbauen sind. Sollte ein Kunststoffglas einmal ausgetauscht werden müssen, können die meisten Uhrmacher die Reparatur günstig und unkompliziert durchführen.